. . Home | Kontakt | Login

10.12.2010 Quelle:

Der Landes-Kanu-Verband Sachsen-Anhalt e. V. trauert um Jürgen Harpke

Jürgen Harpke 1943-2010

Jürgen Harpke steht wie kaum ein anderer Kanutrainer für den Aufschwung des Canadiersports in Deutschland.

Er legte durch seine Arbeit den Grundstein für eine ganze Generation international erfolgreicher Canadierfahrer.

Zahlreiche Sportler verdanken seiner Trainertätigkeit ihre Olympia- und WM-Medaillen.

Er war - und bleibt ein Vorbild und extremes Beispiel für souveränes Arbeiten, zielorientiertes Handeln, außerordentliches Wissen und Können in Verbindung mit einem ausgeprägten Gefühl für Weitsicht.

Jürgen Harpke wurde am 15. Februar 1943 in Magdeburg geboren.

Seine Kindheit verbrachte Türke, wie er unter den Kanuten genannt wurde, in unmittelbarer Nähe zur Elbe und so zog es ihn den Räuberhauptmann von Cracau - bereits 1956 zum Kanusport.

Als Urgestein der Abteilung Kanu des SC Magdeburg gehörte Jürgen Harpke zu jenen Sportlern, die beim Neubau des Kanuheims auf dem Kleinen Werder tatkräftig Hand anlegten.

Seine eigene sportliche Laufbahn führte den gelernten Brunnenbauer durch kontinuierliches Training in die nationale Spitze.

Mehrere DDR-Meistertitel legten den Grundstein für eine internationale Karriere.

Bei den Olympischen Spielen 1968in Mexico-Xochimilco startete Jürgen Harpke mit Helmut Wagner im Zweier-Canadier über 1000 m und belegte den 6. Platz.

Zwei Jahre später rutschte er bei der Weltmeisterschaft auf dem Bagsvardsee in Kopenhagen im Einer Canadier über 1000 nur hauchdünn an einer Medaille vorbei.

Seine damalige Fahrzeit von 4:10 Minuten bildet noch heute für Juniorenfahrer eine Schallmauer auf dem Weg in die internationale Spitze.

Nach den Olympischen Spielen 1972 beendete Jürgen Harpke seine sportliche Laufbahn und vermittelte sein im Fernstudium an der DHFK erworbenes Wissen als Nachwuchstrainer erfolgreich jungen Canadiersportlern beim SC Magdeburg.

Olaf Heukrodt, der spätere Olympiasieger, gehörte von Beginn an zu dieser Trainingsgruppe.

Als im Februar 1979 mit der Konzentration von talentierten Canadiersportlern in Potsdam die Trainingsoffensive Moskau 80 gestartet wurde, schlug die Stunde des Jürgen Harpke.

Er setzte Trainingsmaßtäbe, von denen die beteiligten Sportler teilweise über ein Jahrzehnt zehren konnten.

Dass gleich bei seinen ersten Olympischen Spielen als Trainer die ihm als Sportler verwehrte Medaille durch Olaf Heukrodt und Eckhard Leue in dreifacher Ausführung errungen wurde, machte ihn unheimlich stolz.

Fortan stand Auswahltrainer Harpke über ein Jahrzehnt als Garant für WM-Titel.

Doch die Trainerkrone erhielt Jürgen Harpke dann 1988 beim Olympiasieg von "Fritze" Heukrodt.

Seine Vielseitigkeit stellte der Trainerfuchs unter Beweis, als zwei Jahre später mit Heike Rabenow die erste Frau der Abteilung Kanu zum Weltmeistertitel führte.

Und gerade in den schwierigen Wendejahren übernahm er als Bundesstützpunktleiter sportpolitische Verantwortung, führte als bestimmender und entscheidender Trainer die Geschicke der Abteilung Kanu, bis ihn eine heimtückische Krankheit für einen langen Zeitraum außer Gefecht setzte.

Seine Fachkenntnis lernten nach seiner Genesung die jüngsten Kanusportler der Abteilung kennen und schätzen.

Als Sportspeziallehrer führte er bis zu seinem beruflichen Ausscheiden im Jahre 2005 einen Großteil seiner Schützlinge - nunmehr junge Kajakfahrer- zu Deutschen Meistertiteln.

Starter: Jürgen Harpke- so stand es Jahr für Jahr im Programmheft des Magdeburger Kanu- Sprintcups.

Gemeinsam mit seinem Sohn Dirk schickte er das komplette Starterfeld, vom Anfänger bis zum Olympiasieger, auf die Sprintstrecke.

Wir verneigen uns in Würde und Anerkennung vor einem Menschen, der seine Spuren im sportlichen und öffentlichen Leben der Stadt Magdeburg hinterlassen hat, der im Geschichtsbuch der deutschen Kanuten einen festen Platz hat.

Verfasser Eckard Leue


Share

weiterführende Informationen

UNSERE PARTNER