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21.04.2017 Quelle: Volksstimme

Die Harten wollen in den Garten

Für die Kanuten des SC Magdeburg steht am Wochenende auf dem Beetzsee in Brandenburg die erste nationale Qualifikationshürde auf dem Weg zu Welt- und Europameisterschaften im Sommer an. Auch in der nacholympischen Saison hängen die Trauben extrem hoch.

Magdeburg l „Nur die Harten kommen in den Garten.“ Das ist einer der Lieblingssprüche der Kanuten, die unter den Leistungssportlern zu den Abgehärtesten zählen – auch und gerade in Bezug auf die Witterungsbedingungen. Und da hatten die Magdeburger in den letzten Tagen der Vorbereitung auf die erste WM-Qualifikation am Wochenende wohl einiges auszustehen. Beim „Angrillen“ am Donnerstag, mit dem sich die SCM-Athleten traditionell in trauter Gemeinschaft auf die neue Saison einstimmen, war so manche Horrorgeschichte zu hören.

Sowohl die Gruppe um Frauen-Trainer Eckhardt Leue, die in der Osterwoche in Brandenburg bereits Wettkampf-Witterung aufnehmen konnte, als auch das Canadier-Trio um Trainer Detlef Hummelt beim Feinschliff in Wolmirstedt oder die Nachwuchsathleten auf der Zollelbe in Magdeburg – sie alle hatten bei dem April-Wetter mit Regen, eisigem Wind, Hagelschauern und Sonne ihre liebe Mühe. Doch wer in den Garten will, sprich ins A-Nationalteam, für den hieß es: Augen zu und durch!

Das ist auch das Motto von Jasmin Fritz, Nina Krankemann, Julia Hergert sowie Yul Oeltze, Michael Müller und Felix Gebhardt, die es in der Leistungsklasse mit geballter starker Konkurrenz zu tun haben. Zunächst stehen für alle in Brandenburg die Über- und Unterdistanzen an, in 14 Tagen sind an gleicher Stelle die Wettkampfstrecken dran.

„Zwar haben einige wenige ihre Karriere beendet, aber da stehen immer noch etliche Weltmeister und Olympiasieger am Start. Und da kann die Devise nur lauten: Attacke!“, weiß Gebhardt (20) aus den Erfahrungen des Vorjahres, als er erstmals den rauen Wind in der Leistungsklasse zu spüren bekam. „Vom Start weg volle Pulle und dann schauen, was hinten an Körnern übrig ist. Ich hoffe, es sind mehr, und ich bin am Ende weiter vorn als letztes Jahr.“

Wo er ist, ist diesmal vorn – das hofft Oeltze, der 2016 wie Müller das Olympia-Ticket im C2 verpasst hatte: „Das letzte Jahr war besch..., doch das ist abgehakt. Ich habe meine Lehren gezogen.“ Es zähle diesmal auch nur die Leistung im Einer. „Und da möchte ich in der Rangliste weit oben zu finden sein.“

Am besten sei natürlich Rang eins. „Am Ersten kommt keiner vorbei – egal, ob mit oder ohne Bonus“, geht der 23-Jährige mit Blick auf die Olympiasieger Sebastian Brendel (Einer und Zweier) und Jan Vandrey (C2) in die Offensive.

Und auch Müller, der sich wie Gebhardt zunächst auf den Abschluss der Ausbildung konzentriert und Einbußen im Trainingsumfang in Kauf genommen hatte, blickt nur nach vorn: „Jetzt zählt kein Wenn und kein Aber: Wir geben einfach alle Gas, versuchen, das Beste herauszuholen, und dann schau’n wir mal, was dabei herauskommt.“

Ähnlich geht Nina Krankemann die Mission nach ihrem Kreuzbandriss im Herbst an: „Trotz meiner Verletzung und der Trainingsausfälle fühle ich mich konkurrenzfähig.“ Gemeinsam mit ihrer Freundin Jasmin Fritz, mit der sie 2016 Doppel-Weltmeisterin bei der U 23 wurde, sagt sie den etablierten Damen den Kampf an: „Wir wollen in allen Rennen ins A-Finale und dort um gute Platzierungen mitfahren.“
 


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