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19.01.2017 Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

Flutschäden Osendorfer See Ersatz nach sechs Jahren

Die Folgen der Flut vom Juni 2013 sind für die Wassersportler des Halleschen Kanuclubs 54 und des 1. Halleschen Drachenbootclubs bis heute spürbar. Damals brach in der Nähe ihres eigentlichen Heimatgewässers, dem Osendorfer See, ein kleiner Deich. Der Wasserspiegel in dem Tagebaurestloch stieg um fünf Meter und setzte Bootshäuser und Vereinsheime unter Wasser. Kanuten und Drachenbootfahrer mussten ins Exil.

Doch nun, dreieinhalb Jahre nach der Flut, zeichnet sich für die Wassersportler eine Lösung ab. Sportdezernentin Judith Marquardt will im Februar die Baupläne für ein neues Wassersportzentrum an dem See im Südosten Halles in den Stadtrat einbringen. Sollte dieser zustimmen, könnte der Bau 2018 beginnen. Kanuten und Drachbootfahrer dürften dann nach aktuellen Plänen im Mai 2018 ihre neuen Vereins- und Bootshäuser beziehen. Eine gute Nachricht für Steffen Lang, Vereinschef der Drachenbootfahrer. Er und seine Sportler sind derzeit beim HRV Böllberg-Nelson und damit auf der Saale untergekommen.
Vereinschef der Drachenbootfahrer: „Das wird nicht größer, aber moderner“

Dort wollen sie auch bleiben, bis das neue Domizil in der alten Heimat steht. „Das wird nicht größer, aber moderner“, berichtet Lang. Er lobte, dass sie wie auch die Kanuten in die Planungen für die Ersatzneubauten einbezogen worden seien. „Es ist schön, dass wir unsere Vorstellungen einbringen konnten.“

Die zu ersetzenden Gebäude gehören der Stadt Halle. Die will die Baumaßnahme jedoch aus Fördermitteln für die Beseitigung von Flutschäden zahlen. Insgesamt 6,57 Millionen Euro sind veranschlagt. 2,86 Millionen soll das Landesverwaltungsamt für die Beseitigung der Schäden an Böschungen und Straßen beisteuern. Die 3,25 Millionen Euro erhofft sich die Stadt von der Investitionsbank des Landes. Die Bewilligung steht derzeit noch aus. Lang erwartet eine Antwort jedoch noch in diesem Monat.
Kanuten befahren den Osendorfer See seit vergangenem Frühjahr bereits wieder

Robin Preußlers Kanuten befahren den Osendorfer See seit vergangenem Frühjahr bereits wieder. Die Wartezeit davor war lang. Das Hochwasser hatte nicht nur die Vereinshäuser zerstört, sondern auch die Pumpanlage, die den Wasserstand normalerweise acht Meter unter dem eigentlichen Wasserspiegel der Umgebung hält. Erst nach einem Jahr stand ein Provisorium, dass wiederum ein Jahr brauchte, um das überschüssige Wasser in die Reide abzupumpen. Erst danach konnte ein Gutachten erstellt und zumindest ein kleiner Teilbereich der Böschung zur Nutzung freigeben werden. Diese hätten die Sportler mit viel Arbeit wieder hergerichtet, berichtet Preußler, der den Kutterruderern und dem Wasserskiclub vom Hufeneisensee dankte, die die Kanuten zwischenzeitlich aufnahmen.

Die lange Exilzeit hat den Kanuverein jedoch Mitglieder gekostet. 160 waren es vor der Flut, aktuell zählt Preußler noch 128. Zwischendurch habe es sogar Überlegungen gegeben, den Verein aufzulösen. Mittlerweile sieht der Vorsitzende jedoch wieder einen Aufwärtstrend – und dafür sind nicht allein die nun vorgestellten Neubaupläne verantwortlich: „Wir hatten zuletzt 25 Neuanmeldungen im Jugendbereich.“ Auch der Nachwuchs kann dann ab 2019 vom modernen Wassersportzentrum aus in See stechen. (mz)


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